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Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Artikel und Aufsätze von mir.

Was heißt ‚christlich‘?

Die Bezugnahme auf das „christliche Menschenbild“ ähnlich wie die häufige Redeweise „auf dem Boden des Grundgesetzes“ stehen, spielt im rhetorischen Vordergrund (an der Oberfläche) ebenso eine große Rolle in der bundesrepublikanischen Gesellschaft wie im prägenden, selten expliziten und reflektierten Hintergrund (als Hintergrundphilosophie). 

Moderner Konservativismus? 

Die CDU hat nach einem breiten und intensiven Diskussionsprozess am 7. Mai in Berlin ein neues 75-seitiges Grundsatzprogramm verabschiedet. Es ist erst das vierte in ihrer Parteigeschichte. Die CDU ist keine Programmpartei, sondern eine Regierungspartei, die ihr Programm am jeweiligen Regieren ausgerichtet hatte. 

Krieg und Frieden denken 

Seit dem 21. April, nachdem die überlebenswichtigen 61 Milliarden-Hilfen der USA für die Ukraine nicht mehr blockiert sind, steht die Frage in Europa wieder im Zentrum: wird sich das Blatt im Krieg noch einmal zugunsten der Ukraine wenden oder wird es zu einer weiteren Eskalation des Krieges mit der Nato kommen?

Wehrfähige Demokratie

‚Wehrhaftigkeit‘ weckt militärische Assoziationen, das heutige Modewort ‚Resilienz‘ liegt uns näher und geht leichter über die Lippen.

Tatsächlich gibt es eine Hauptstraße politischer Ideengeschichte, in der die (männliche) militärische Tugend der Selbstverteidigungsfähigkeit anstelle von bezahlten Söldnerheeren und fremden Herren im Zentrum des politischen Denkens steht. Es ist das republikanische politische Denken, welches von Machiavellis ‚Discorsi‘ (1513-22, Torino 2000) ausgeht (Republik Florenz) und traditionsbildend vor allem in den USA und der Schweiz wurde, aber auch anderswo, etwa in der Stadtrepublik Dubrovnik.

Weltpolitik auf dem Bürgenstock

Die Schweiz soll am 15. und 16. Juni einen Friedensgipfel zur Ukraine durchführen. Das gaben Bundespräsidentin Viola Amherd und Bundesrat Cassis, der schweizerische ‚Außenminister‘, kürzlich in Bern bekannt.

Vorbereitet wird er schon lange, gewünscht ist er von Präsident Selenski. Der Bürgenstock oberhalb des Vierwaldstättersees, der Wiege der Eidgenossenschaft, ist ein ruhiger Ort in einer unruhigen Welt der Kriege und des großen Vorkriegs in Europa.

Demokratie und Zusammenhalt stärken: Neues Toleranzedikt 2024

2024 wird ein herausforderndes Jahr für den Brandenburger Weg, der 1989 begonnen hat und 1992 mit der neuen Verfassung durch eine Volksabstimmung gefestigt worden ist.

In deren Präambel heißt es: „Wir, die Bürgerinnen und Bürger des Landes Brandenburg, haben uns in freier Entscheidung diese Verfassung gegeben, im Geiste der Traditionen von Recht, Toleranz und Solidarität in der Mark Brandenburg, gründend auf den friedlichen Veränderungen im Herbst 1989, von dem Willen beseelt, die Würde und Freiheit des Menschen zu sichern, das Gemeinschaftsleben in sozialer Gerechtigkeit zu sichern, das Wohl aller zu fördern, Natur und Umwelt zu bewahren und zu schützen, und entschlossen, das Bundesland Brandenburg als lebendiges Glied der Bundesrepublik Deutschland in einem sich einigenden Europa und in der einen Welt zu gestalten“.

Kriegsangst und Friedenspolitik

Die kleine Schweiz, die in der internationalen Politik selten etwas wagt, versucht derzeit alles, um eine von Selenski und Jermak angeregte Friedenskonferenz zu organisieren (siehe NZZ, 15. März, S.24).

Die diplomatischen Initiativen erhalten positive Signale aus China, Russlands engster Partner, und der EU, die wohl lieber nicht die Türkei oder Saudi-Arabien in der Rolle des Vermittlers sieht. Zugleich können sich wohl die Chinesen besser einbringen ohne die Vermittlung der USA, die andererseits so oder so mitentscheidend werden. Wird Trump aktiv die Pax Americana verabschieden? Wird er wie einst die Briten mit dem Empire einen geordneten Rückzug antreten? Das ist schwer vorstellbar.

Keiner wird verschont.

Nicht einmal Immanuel Kant, auch sein Denkmal im heutigen Kaliningrad vor der Universität wurde beschmiert. Mit rosaroter Farbe im November 2018.

2024 befinden wir uns wieder in einem sogenannten Kant-Jahr. Der 22. April ist sein 300. Geburtstag. Der ‚Weltbürger aus Königsberg‘ (vgl. Manthey 2005) wird gefeiert – als Vordenker der Vernunft und Friedensphilosoph in Zeiten des Krieges.

Unbeständiges Sicherheitsumfeld

Die Welt, unsere Welt, Lebenszeit und Weltzeit umfassend, sei in ein „höchst unbeständiges Sicherheitsumfeld“ eingetreten, heißt es im Jahresbericht des britischen Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS).

Wahrscheinlich lässt sich das aus den unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen genauso sagen. Für die politikwissenschaftliche Optik ist es schlicht eine Tatsache. Was daraus folgt, wird dagegen umstritten bleiben.